Wenn man heute den Begriff Fitness googelt oder auf den sozialen Medien danach sucht, springen einem fast ausschließlich Bilder von extrem muskulösen und körperfettarmen Menschen entgegen. Dass die augenscheinlich fit sind, bestreitet keiner, aber geht es nur um die Optik und den Körperfettanteil?

Ich bin der Meinung, das Bild ist verzerrt und impliziert, gerade bei Sportanfängern, dass es nahezu unwahrscheinlich ist, noch in diesem Leben dorthin zu gelangen, außer man kündigt seinen Job und ändert seine Meldeadresse in die des nächstgelegenen Fitnessstudios. Das entmutigt wahrscheinlich viele eher, als dass es motiviert. „Schaff ich eh nie, dann kann ich es auch sein lassen.“

Zurück bleiben nicht wenige Menschen, die sich degradiert und minderwertig fühlen. Das klingt hart, jedoch steigt die Zahl der Magersüchtigen und an Bulimie Erkrankten jedes Jahr um alarmierende zweistellige Prozentzahlen. Mehr als 90 Prozent davon sind junge Mädchen und Frauen zwischen 14! und 25 Jahren. Ein Trend, den sicher auch die Sozialen Medien mitzuverantworten haben.

Aber was ist Fitness? Die Definition von Fitness ist folgende:

Fitness beschreibt einen Zustand, der die körperliche Leistungsfähigkeit bzw. die Entwicklung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten umfasst. Diese sind Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination.

Sprung

Das sagt aus, dass es zum einen deutlich mehr Komponenten gibt als nur Kraft und fette Muckis und es sagt weiterhin nichts über den Körperfettanteil aus, wenn man die Fitness eines Menschen beurteilt. Und es steht auch nicht geschrieben, dass man ALLE Bereiche mit 1+ erfüllen muss.

Ich bezweifele stark, dass das Gros der online gerade sehr gehypten „Fitfam“ extreme Ausdauer, Beweglichkeit oder Schnelligkeit besitzt (mit 110 kg Körpermasse und 50er Oberarm sind das nur noch wenige ;)) Und Hashtags wie #nocardio oder Sprüche a la „Cardio? Sorry, I don´t speak Italian“ sagen Ihr übriges. 😀

Das Ganze klingt gerade ein wenig zynisch, ich möchte jedoch nur alle ermutigen, die sich durch das sich mehr und mehr verbreitende Bild, Fitness = Bodybuilding, eingeschüchtert fühlen, einfach das zu machen, was Ihnen Spaß macht.

Sport und Fitness sind mehr als nur sechs Mal die Woche Gym und literweise Proteinshakes. 😉

Ich gehe selbst sehr gern ins Gym und bin auch ein Verfechter des Kraftsports. Gerade wenn man den Wunsch hat, abzunehmen oder besser, Körperfett zu reduzieren, ist das eine sehr ernstzunehmende Waffe gegen überflüssige Pfunde, doch es ist eben nicht das Nonplusultra. Und es gibt viele Menschen, die das Gym, den Geruch und das Umfeld inklusive der dort Trainerenden nicht mögen.

Und es gibt so viel mehr, was Spaß machen kann und wo man ganz nebenbei positive Veränderungen am Körper feststellen wird, sei es Volleyball, Kampfsport, Laufen, Inlineskaten oder Bergwandern.

Der Deutsche Sportbund hat dazu eine treffende Formulierung gefunden, welche in jedem Alter gut umzusetzen ist:

„Richtig fit“ hält man sich oder wird man, indem man regelmäßig, richtig, mit Maß und mit Spaß Sport treibt.

Das klingt doch super, mit Maß (Prost!) und mit Spaß (yipppiiieeeh). Sucht Euch was aus aus den hunderten Sportarten und Aktivitäten dieser Welt, was Euch persönlich Spaß macht und was keine Qual ist. Das ist der beste Garant, dass es zur Regelmäßigkeit wird und so nachhaltig Veränderung schafft. Und nicht übertreiben. Lieber ein bisschen Zeit für Stretchen und Beweglichkeitstraining lassen, denn wir werden alle nicht jünger.

Ich spreche hier aus Erfahrung. Kinder, wie die Zeit vergeht. 😉

Also nicht entmutigen lassen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Gut Ding will Weile haben. Es gibt unzählige Sprüche, um es gemütlicher angehen zu lassen. 🙂

Schönen 1. Mai. Sport frei!